Podcast Ton: Der eine Faktor, der so viel entscheidet

Podcast Sound ist so wichtig - Grafik mit einzelnen Grafiken, Symbole zum Thema guter Sound wie Mikrofon, schere, daumen hoch, ein Mann, der Kopfhörer aufhat und sich freut über guten Ton
9. Mai 2026

Warum der Ton beim Podcast so wichtig ist – und warum ein gutes Mikrofon nicht alles ist…

Knacksen, Dröhnen, Klopfen oder Piepsen. Blechernd-klingende Stimme. Schall und Rauschen im Hintergrund. Das alles kann bei einer Aufnahme schnell passieren. Wenn auch manchmal nur leise, so stören bestimmte Töne und Störgeräusche das Podcast-Hörerlebnis.

Ich denke irgendwie immer, das ist doch der Standard, das wissen doch ALLE, dass der Ton von einem Podcast (und übrigens auch von einem Video-Podcast) ein wesentlicher Faktor dafür ist, dass deine Hörer*innen dran bleiben. Dir weiter zuhören. Und du sie nicht verlierst durch schlechte Audioqualität.

Doch immer wieder höre ich in Podcasts rein, wo sich der Host wohl nicht bewusst ist, WAS gute Tonqualität ist. Oder sich darüber (warum auch immer) noch nie Gedanken gemacht hat.

Ich finde es einfach schade, dass teilweise so viel Potenzial in vielen Podcasts steckt, welches durch schlechten Ton verloren geht.

Lass uns hier einmal kurz klären, was ich mit schlechtem Ton meine und wie man einen guten Sound erreicht.

Der Ton

Einfach deine Inhalte auf dem Handy aufnehmen, wie eine Sprachnachricht, und hochladen (weil: der Inhalt ist ja so interessant) ist heute nicht mehr zeitgemäß. Wer an der falschen Stelle an der Tonqualität spart oder nicht drauf achtet, der begeht (oft unwissentlich) wirklich einen der größten Fehler beim Podcasting.

Und selbst die Aufnahme mit Mikrofon ist in den allermeisten Fällen nicht fertig und final. Ohne Tonoptimierung geht es eigentlich nicht mehr.

Das war vor ein paar Jahren vielleicht möglich.

Heutzutage gibt es jedoch zu viele Podcasts da draußen mit immer besserer Qualität. Die Konkurrenz ist groß und die Hörgewohnheiten haben sich verändert.

Deine Hörer*innen hören dich von einem alten Laptop-Lautsprecher, aus der Bluetooth Box, aus dem Headset, Fernseher,… Oder vielleicht auch beim Joggen, im Auto auf der Autobahn, mit lauten Nebengeräuschen. Also drehen sie den Ton auf.

Dazu kommt, dass alle Lautsprecher unterschiedlichste Klangqualitäten ausspielen. Mit Kopfhörern bist du sogar direkt im Ohr.

Wenn dann da ein ständiges Rauschen im Hintergrund ist oder ein Dröhnen von einer Kamera – oder auch Schmatzgeräusche oder laute S-Zischgeräusche, kann das schnell sehr nervig werden.

Daher ist es SO wichtig, dass der Ton gut ist und überall auch gut ausgespielt werden kann.


Hör rein: Hier wurde in beiden Fällen ein professionelles Mikrofon genutzt und ein schallschluckender Raum. Dennoch muss dieser Ton überarbeitet werden, wenn du ein gutes Ergebnis haben willst.

Übrigens:
Gerade gute Mikros nehmen viele Nebengeräusche schnell mit auf! Deine Stimme klingt satt, aber wenn du gegen die Tischplatte kommst, oder ein Geräusch im Hintergrund ist oder du leicht schmatzt, wird das auch teilweise bis ins Detail mit aufgezeichnet.

Der Schnitt

Zu einem angenehmen Hörerlebnis und guter Tonqualität gehört auch der Schnitt.

„Ich schneide meinen Podcast nicht“ – höre ich immer wieder mal Podcaster*innen sagen.

Es mag Menschen geben, die richtig gute Interviews führen und deren Gäste auch sicher sind und da nichts geschnitten werden muss. Wo sich nicht zu sehr ins Wort gefallen wird, es keine Aussetzer gibt usw.

Aber to be honest: Es kann schnell zu Abschnitten kommen, die für Hörer*innen nervig werden (wenn abgedriftet wird vom Thema, wenn sich zu sehr ins Wort gefallen wird, etc.)

Andere lassen ihre Fehler in Solofolgen drin. „Ist ja authentisch.“

Äääääh. Jein.

Bzw.: Es kommt drauf an.

Zu viele Ähms

Das Gleiche höre ich oft beim Thema Füllwörter.

Meiner Meinung nach fast immer nötig, sie (teilweise) rauszuschneiden. Zumindest wenn du viele davon hast.

Es gibt ja die „Verfechter der Ähms“, die ihre Ähms gar nicht schneiden. Weil die Ähms sind ja so authentisch.

Ja, ein Ähm an der einen oder anderen Stelle ist natürlich authentisch. Und zu glattgebügelt ist vielleicht dann doch auch unnatürlich.

Gerade die Nähe, Authentizität ist ja das, was einen Podcast ausmacht.

ABER: Wenn es in jedem Satz ein oder gar mehrere Ähms gibt, dann wird das einfach zu viel. Zur Last. Und deine „Authentizität“ ist eher eine faule Ausrede.

Sorry to say, sorry not sorry.

Einer muss in den sauren Apfel beißen: Entweder du, der/die sich eingestehen muss, dass doch ein paar Ähms raus können und mit dem Schnitt etwas Zeit opfern muss – oder deine Hörer*innen, die keinen harmonischen Hörfluss erhalten und die sich 3x überlegen, ob sie nicht doch lieber einen anderen Podcast hören stattdessen.

Was ist dir lieber?

Störgeräusche

Auch Schmatzer, Schnalzer, Husten und andere Störgeräusche dürfen rausgeschnitten werden!

Du wirst staunen, wie viele Minuten du allein durch den Schnitt von Ähms und Störgeräuschen „sparst“. (Diese Zeit ersparst du auch deinen Zuhörer*innen!). Das können manchmal mehrere Minuten sein, die dein Audio plötzlich kürzer ist.

Und nochmal: Natürlich darf das ein oder andere Ähm auch drin gelassen werden. An einigen Stellen ist es sogar sinnvoll, wenn ein Schnitt sonst disharmonisch klingt an der Stelle.

Schnitte sollte man nämlich nie hören!

Am Ende macht es die Summe.

Mit Verhasplern ist es ähnlich. Ein paar Versprecherleins sind sympathisch, machen dich menschlich und bringen Nähe. Wenn sie aber zu verzwackt sind und zu lang und dem Zuhörer/der Zuhörerin eher Zeit rauben, darf da auch gern mal was rausgeschnitten werden.

Bei Atmern bin ich eher vorsichtig. Ich mache sie oft leiser, aber lasse sie in der Regel drin. Doppelte Atmer (weil man dazwischen was rausgeschnitten hat) jedoch sind ein No-Go meiner Meinung nach (bzw. meines Anspruchs nach). An manchen Stellen sind sie auch unnötig.

An den meisten Stellen jedoch absolut wichtig und wenn sie weggeschnitten werden, klingt das extrem strange.

Pausen sind eine andere Sache. Sind sie zu lang, sollten sie auch gekürzt werden.

An einigen Stellen machen Pausen aber Sinn und sind sogar wichtig: Als Stilelement für den Spannungsbogen oder auch, um dem Hörer/der Hörerin etwas Raum zu geben, um über das gerade Gehörte nachzudenken, es zu verarbeiten.

Aber manchmal sind Pausen eher unharmonische Lücken, die dem Hörfluss schaden.

Ich schneide oft auch doppelte Wörter raus und „Gebrummel“ (wenn jemand den Satz mit einem Gedankenpausen-Geräusch macht). Auf den ersten Blick denkt man zwar manchmal, es ist unnötig. Aber wenn man dann das Geschnittene hört, merkt man: Das klingt so viel angenehmer!

Probier das mal aus. Schneide Grummel-Töne, kleine Störgeräusche, doppelte Wörter und  Pausenfüller (sauber) raus. Und hör dir dein eigenes Vorher-Nachher an.


Hör auch gern hier mal rein als Vergleich (Lücken und Versprecher):

„Guter Ton ist kein Luxus. Er ist Respekt gegenüber deinen Hörer*innen.“

Das kannst du tun

Was du tun kannst, um ein wirklich schönes angenehmes Hörerlebnis deinen Zuhörenden zu bieten?

Zum Beispiel diese Basics:

  • Gutes Mikro (wenn du nicht in einem sehr gut isolierten Raum bist / im Studio, dann eher ein dynamisches Mikro statt Kondensator – letzteres nimmt viel vom Raum und Nebengeräuschen auf)
  • Mikro richtig einpegeln
  • Schallisolierende Materialien im Aufnahmeraum: Teppich, Vorhänge, Micscreen, Bett, Sofa,… Keinen leeren Raum, wenig glatte Flächen.
  • Alle Nebengeräusche um dich herum minimieren: Uhrenticken, kein Schmuck tragen, der gegen das Mikro kommen könnte, Mikrofon ggf. in eine Spinne, um Trittschall zu verhindern, Handy auf Flugmodus und alle Programme am Rechner auf lautlos oder aus (keine Mail, keine SMS). Geräusche von außen: ruhige Umgebung, Menschen in der Umgebung bitten, ruhig zu sein, Fenster zu, Tür zu, …
  • Schnitt: Aufnahme komplett durchhören, um Fehler und Störgeräusche zu schneiden
  • Mastering: Nach der Aufnahme den Ton optimieren. Hintergrundrauschen minimieren, Stimme hervorheben und Lautstärke anpassen (mit EQ, Kompressor und Limiter). Du kannst auch in vielen Fällen KI zur Hilfe nehmen.
  • Falls du Schnitt und Tonoptimierung nicht selber machen willst (aufgrund von Lust, Können oder Zeit), such dir jemanden, der das für dich übernimmt. Outsourcen kann dir Zeit, Energie und Geld sparen (weil deine Zeit ist auch Geld).


Hier ist noch ein Beispiel von einem Audio, das ohne Mikro aufgenommen wurde und mit einiges an Tonoptimierung noch genutzt werden konnte – wenn auch nicht der ideale Ton, aber dennoch OK. Ohne Nachbearbeitung wäre es aber nicht zu gebrauchen gewesen…

Für den guten (Podcast) Ton!

Audio kann etwas, das Texte und Videos kaum schaffen: Eine Stimme darf 20, 30 Minuten lang direkt im Ohr bleiben. Diese Nähe ist ein echtes Privileg – und gleichzeitig das Zerbrechlichste, was du als Podcaster*in hast.

Denn schlechter Ton kann genau diese Verbindung innerhalb von Sekunden zerstören. Deine Hörer*innen sind nicht pingelig. Aber sie sind einfach inzwischen anderes gewöhnt und die Konkurrenz (mit besserem Ton) ist nur einen Klick weit entfernt.  

Guter Ton ist deshalb ein absolutes Muss, wenn du mit deinem Podcast wachsen willst.

Du investierst Zeit in deine Inhalte, überlegst dir Themen, bereitest dich vor. Das alles kostet Zeit und Brainjuice. Es wäre wirklich SO schade, wenn es dann am Ende an einer schlechten Audioqualität scheitert. Und deine Hörer*innen gar nicht erst die Chance bekommen, deinen Inhalt wirklich aufzunehmen, weil sie nach zwei Minuten abschalten.

Die meisten Fehler sind bereits bei der Aufnahme vermeidbar (hol dir gern die kostenlose Checkliste für Aufnahmen, um immer an alles zu denken!). Den Rest erledigst du mit dem Feinschliff in der Postproduktion.

Also achte bitte bitte bei jeder Aufnahme auf den Ton und optimiere ihn in der Postproduktion nochmal.

Oder lass ihn optimieren.

Vielleicht ja von mir? Schreib mir gern, wenn du Unterstützung bei der Soundverbesserung brauchst 🙂

S/W-Portraitbild von Sunshine Virtual Assistant - Beraterin für Podcast und YouTube. Sie hat einen weißen Kopfhörer um den Hals gelegt und hält eine Kaffeetasse in der Hand.

Willkommen auf dem Sunshine Blog!

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Viel Spaß beim Lesen!

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